Kräftige Kohlezeichnung in Grau- und Brauntönen: eine weite, leere Landschaft mit dunklen Horizontlinien und einem hellen, staubigen Himmel, ernste und nachdenkliche Stimmung
Predigt vom 23. September 2001

As We Go to War

Robert Hamerton-Kelly über Krieg, Patriotismus und die Frage moralischer Rechtfertigung – im Gespräch mit Jeremia und dem Gleichnis vom ungerechten Verwalter.

Zum Text

Die Predigt entstand in den Tagen nach den Anschlägen und setzt sich mit der damaligen geopolitischen Lage auseinander.

„The master commended the dishonest steward for his prudence; for the sons of this world are more prudent in dealing with their own generation than the sons of light.“ Lukas 16,8

Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass der Präsident von einem Krieg spricht und ihn moralisch rechtfertigt, weil der Angriff ohne Vorwarnung erfolgt sei. Dem stellt der Prediger die Frage gegenüber, wie sich eine solche Selbstgewissheit mit der biblischen Rede von Schuld und Umkehr verträgt.

Die Parabel vom ungerechten Verwalter wird dabei nicht als Beispiel für Klugheit im Geschäft gelesen, sondern als Anfrage an die moralische Selbsteinschätzung der Handelnden.

Auf dieser Seite findet sich eine Predigt, die in den Tagen nach den Anschlägen entstanden ist und sich mit der damaligen geopolitischen Lage auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass von einem Krieg die Rede ist und die Frage nach seiner moralischen Rechtfertigung im Raum steht. Der Text nimmt Bezug auf Jeremia und auf das Gleichnis vom ungerechten Verwalter und verbindet biblische Bilder mit der Sorge um Patriotismus, Verantwortung und die Versuchung, Gewalt mit guten Absichten zu begründen. Wer sich für Theologie, Zeitgeschichte und ethische Fragen interessiert, findet hier einen ruhigen, nachdenklichen Lesetext, der zum Weiterlesen und eigenen Nachdenken einlädt.

Der Beitrag lässt sich gut in die übrigen Themen dieser Seite einordnen, die von Reiseberichten und Camping über Alltag und Gemeinschaft bis zu persönlichen Porträts reicht. Wie bei einem guten Reisebericht oder einem Interview geht es darum, einen Standpunkt zu zeigen und den Leser mitzunehmen, ohne vorschnelle Antworten zu geben. Die schlichte Gestaltung mit warmen, gedeckten Tönen und großzügigem Weißraum unterstützt diese ruhige Haltung und lässt dem Text Raum. So entsteht ein Ort, an dem sich Nachdenken, Erinnerung und die Frage nach dem eigenen Weg auf unaufdringliche Weise begegnen.

Angaben zur Predigt

  • Datum23. September 2001
  • AutorRobert Hamerton-Kelly
  • BibelstellenJeremia 8,18–9,1; Lukas 16,1–13
  • ThemenKrieg, Patriotismus, moralische Rechtfertigung, Gleichnis vom ungerechten Verwalter

Jeremia und die Klage

Die Klage des Propheten über das geschlagene Volk steht neben der Frage nach eigener Schuld.

Jeremia 8,18–9,1

Der Prophet klagt über den Schmerz des Volkes und über die Hoffnung, die nicht eintrifft. Die Klage richtet sich nicht gegen einen äußeren Feind, sondern hält die Trauer im eigenen Haus fest.

Lukas 16,1–13

Der Verwalter handelt klug, weil er die Zukunft bedenkt. Die Predigt fragt, woran sich Klugheit und Rechtschaffenheit messen lassen, wenn die eigene Seite sich für unschuldig hält.

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