Vortrag · Cambridge, Oktober 2009
The Girardian Difference
Ein Vortrag von Robert Hamerton-Kelly, gelesen auf der Konferenz „From Animal to Human: Darwin and Girard“ in Cambridge.
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Die Konferenz verband zwei Jubiläen der Universität Cambridge mit dem Werk Charles Darwins.
Der Vortrag wurde im Oktober 2009 auf der Konferenz „From Animal to Human: Darwin and Girard“ gehalten. Veranstalter waren das Christ's College und das St John's College in Cambridge.
Die Tagung war Teil der Feierlichkeiten zum 800. Jahrestag der Gründung der Universität im Jahr 1209. Zugleich erinnerte sie an den 200. Geburtstag von Charles Darwin im Jahr 1809 und an das 150. Jahr seit dem Erscheinen von „On the Origin of Species“ im Jahr 1859.
Im Mittelpunkt steht die Frage, worin der spezifische Beitrag der mimetischen Theorie René Girards zur Deutung des Menschlichen liegt – im Gespräch mit der evolutionären Perspektive Darwins.
Die Auseinandersetzung mit dem Denken René Girards eröffnet einen tiefgreifenden Zugang zu den Ursprüngen menschlicher Kultur und Gewalt. Girards Theorie des mimetischen Begehrens zeigt auf, wie Nachahmung und Rivalität die Grundlage sozialer Konflikte bilden. In seinem Vortrag über den girardianischen Unterschied verbindet Robert Hamerton-Kelly diese Einsichten mit der Evolutionstheorie Charles Darwins. Die Frage nach dem Übergang vom Tier zum Menschen steht dabei im Zentrum. Es geht um die Entstehung von Bewusstsein, Verantwortung und der Fähigkeit zur Selbstreflexion. Diese Perspektive lädt dazu ein, die eigenen Verhaltensmuster kritisch zu hinterfragen und die verborgenen Mechanismen hinter scheinbar alltäglichen Entscheidungen zu erkennen.
Die Konferenz in Cambridge vereinte zwei bedeutende Jubiläen mit einem Blick auf die menschliche Entwicklung. Die Universität feierte ihr achthundertjähriges Bestehen, während gleichzeitig der zweihundertste Geburtstag Charles Darwins gewürdigt wurde. Diese doppelte Feierlichkeit bildete den Rahmen für eine tiefgehende Diskussion über die menschliche Natur. Hamerton-Kellys Beitrag führte die Gedanken Girards und Darwins in einer Weise zusammen, die sowohl Theologen als auch Naturwissenschaftler anspricht. Die Verbindung von Schöpfungsglauben und Evolutionstheorie mag auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen, eröffnet aber einen fruchtbaren Raum für den Dialog zwischen Glauben und Vernunft.
Das Thema des girardianischen Unterschieds berührt auch die Frage nach dem Opfermechanismus in menschlichen Gesellschaften. Girard zufolge entstehen kulturelle Ordnungen häufig aus kollektiver Gewalt gegen einen Sündenbock. Diese Einsicht wirft ein neues Licht auf die biblischen Texte und ihre Botschaft von Versöhnung und Frieden. Hamerton-Kelly interpretiert diese Dynamik vor dem Hintergrund der modernen Gesellschaft, in der alte Opferstrukturen durch neue Formen der Ausgrenzung ersetzt werden. Die Herausforderung besteht darin, diese Muster zu durchschauen und Wege zu finden, die ohne Gewalt und Ausgrenzung auskommen. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche gewinnt diese Reflexion an Dringlichkeit.
Die Beschäftigung mit evolutionären und theologischen Perspektiven kann dabei helfen, den eigenen Standort in einer komplexen Welt zu bestimmen. Der Mensch ist nicht nur Produkt seiner biologischen Entwicklung, sondern auch seiner kulturellen und spirituellen Traditionen. Die Einsichten aus dem Vortrag von Robert Hamerton-Kelly laden dazu ein, die Spannung zwischen Natur und Kultur, zwischen Trieb und Ethik bewusst auszuhalten. Wer sich auf diese Gedanken einlässt, entdeckt vielleicht neue Antworten auf alte Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Gemeinschaft. Die Reise zu einem tieferen Verständnis beginnt oft mit der Bereitschaft, gewohnte Denkpfade zu verlassen und sich auf unbekanntes Terrain zu begeben.
Eckdaten
| Titel | The Girardian Difference |
|---|---|
| Autor | Robert Hamerton-Kelly |
| Zeitpunkt | Oktober 2009 |
| Konferenz | „From Animal to Human: Darwin and Girard“ |
| Ort | Christ's College und St John's College, Cambridge |
| Anlässe | 800 Jahre Universitätsgründung (1209); 200. Geburtstag Charles Darwins (1809); 150 Jahre „On the Origin of Species“ (1859) |
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Die Predigten von Robert Hamerton-Kelly aus den Jahren 2001 bis 2010 behandeln biblische Texte und ihre Deutung im Horizont der jeweiligen Zeit.
- „As We Go to War“ (23.09.2001) – Predigt über Jeremia 8 und das Gleichnis vom ungerechten Verwalter.
- „Swords into Ploughshares“ (07.09.2003) – Predigt über Micha 4 und Markus 7.
- Alle Predigten im Überblick