Eine ruhige, in sanftem Grafit gezeichnete Szene: ein stilles Gewässer unter einem weiten, wolkenverhangenen Himmel, am Ufer wächst Schilf

14. Juli 2002: Was sollen wir tun?

Datum: 14. Juli 2002
Autor: Robert Hamerton-Kelly
Schriftstellen: Römer 15,7–13; Matthäus 13,1–9.18–23

In dieser Predigt legt Robert Hamerton-Kelly das Gleichnis vom Sämann aus und stellt die zentrale Frage nach der Fruchtbarkeit des Wortes. Ausgehend von Matthäus 13 erkundet er, was es bedeutet, das Wort nicht nur zu hören, sondern es zu verstehen und Frucht bringen zu lassen.

Parabel und Allegorie

Die Predigt greift eine wichtige exegetische Unterscheidung auf: Während Jesus in Gleichnissen (Parabeln) sprach, stellt die Deutung in den Versen 18–23 eine Allegorie dar, die vermutlich aus der frühen Kirche stammt. Diese Differenzierung ist für das Verständnis des Textes wesentlich.

„Bei dem aber, der auf guten Boden gesät ist, das ist, der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt; und der eine trägt hundertfach, der andere sechzigfach, der dritte dreißigfach.“ — Matthäus 13,23

Die vier Böden

Das Gleichnis beschreibt vier Arten von Boden, auf die der Same fällt: den Weg, felsigen Grund, Dornen und guten Boden. Jeder Boden steht für eine unterschiedliche Haltung gegenüber dem Wort Gottes. Die entscheidende Frage lautet: Welcher Boden sind wir?

Frucht bringen

Die Predigt mündet in die praktische Frage: „Was sollen wir tun?“ Die Antwort liegt nicht in äußerer Betriebsamkeit, sondern darin, das Wort so aufzunehmen, dass es im eigenen Leben Wurzeln schlägt und Frucht bringt — hundertfach, sechzigfach oder dreißigfach.

Die Lesung aus dem Römerbrief (Römer 15,7–13) unterstreicht diesen Gedanken: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ Die Fruchtbarkeit des Wortes zeigt sich in einer Gemeinschaft, die von Annahme und gegenseitigem Wohlwollen geprägt ist.