Der kirchliche Kalender ist zu diesem Zeitpunkt des Jahres bereits gut im Gang. Wir haben die Geburt Jesu gefeiert und feiern nun seine Taufe. Daran zeigt sich, wie unser Kalender nach dem Leben Jesu ausgerichtet ist – nicht nach den Zyklen der Natur. Er will uns helfen, uns in dieses Leben einzubeziehen, statt uns lediglich mit Sonne und Mond im Einklang zu halten.
Schriftlesungen
Jesaja 43,1–7
Lukas 3,15–17.21–22
„Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen.“
— Lukas 3,22
Die Taufe Jesu markiert einen Wendepunkt im Kirchenjahr. Der christliche Kalender orientiert sich an den historischen Ereignissen des Lebens Jesu und nicht an natürlichen Zyklen. Epiphanias, die Erscheinung des Herrn, und das Tauffest laden uns ein, über die Bedeutung der Gotteskindschaft nachzudenken.
Der Prophet Jesaja spricht von Gottes Zusage an sein Volk: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.“ Diese Worte finden in der Taufe Jesu ihre Erfüllung und weisen zugleich auf die Berufung jedes Gläubigen hin.
Die Stimme aus dem Himmel bestätigt die Identität Jesu und offenbart zugleich das Wesen göttlicher Liebe: bedingungslos, vor aller Leistung, reines Wohlgefallen. In der Feier der Taufe erneuert die Kirche Jahr für Jahr dieses Bekenntnis.
Die Taufe Jesu markiert den Beginn seines öffentlichen Wirkens und erinnert uns daran, dass jeder Mensch einen Ruf und eine Bestimmung hat. In der hektischen Zeit zwischen den Jahreszeiten, wenn wir uns auf die kalten Wintermonate vorbereiten und nach passender Kleidung suchen, lädt uns dieser Moment zur Besinnung ein. So wie wir unsere Garderobe für die neue Saison auswählen und auf wärmende Materialien wie Leder oder Futterstoffe achten, dürfen wir auch unser Inneres auf das Kommende ausrichten. Die biblische Botschaft spricht von Neuanfang und Zugehörigkeit – Themen, die weit über modische Entscheidungen hinausgehen und unser Leben grundlegend prägen können.
